Symposium “Lebendige Hochsensibilität”

Datum/Zeit
Termin: 02.02.18 - 03.02.18
Uhrzeit: 10:00 - 16:00

Symposium “Lebendige Hochsensibilität”

Was hat die Hochsensibilität mit einer bunten fabelhaften Weinbergschnecke zu tun? Hochsensible Menschen haben feine Antennen nach außen, die ständig eine Fülle an Wahrnehmungsinformationen liefern. Sie können blitzschnell die Informationen bearbeiten, neu verknüpfen, originelle Lösungen finden, sehr kreativ und “anders” sein. Wenn sie sich bedroht oder überfordert fühlen, ziehen sie sich meistens “ins Schneckenhaus” zurück, was öfters mal zu spät passiert.

Die Forschung zeigt, dass auf unserer Erde bis zu 20 % der Erwachsenen, Kinder, Säugetiere hochsensibel sind. Das ist ein Persönlichkeitsmerkmal, keine Krankheit und bringt Vor- und Nachteile mit sich. Um ein erfülltes, gesundes, hochsensibles Leben zu haben, brauchen diese Menschen eine gute Balance. Dabei müssen sie sowohl eine nach außen gerichtete Aufmerksamkeit, als auch eine gute Verankerung ihres Selbst nach innen erlernen. Die Selbstwahrnehmung führt zu einer besseren Selbstführung, Selbstwirksamkeit und letztendlich Präsenz, die in alle Tätigkeiten und Beziehungen fließt.

In diesem 2. Hochsensibilitäts-Symposium der Akademie Heiligenfeld wird das Thema der Hochsensibilität für die fachlichen Kollegen und auch für die an Hochsensibilität Interessierten aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Lassen Sie uns mit Hilfe von Vorträgen, mehreren Workshops und im Austausch ein fachliches, praxisorientiertes und lebendiges Bild der Hochsensibilität gestalten.
Doctor medic. Univ. Cluj-Napoca Cristina Pohribneac
Chefärztin der Parkklinik Heiligenfeld


Informationen zum Programmablauf: V: Vortrag; W: Workshop

Freitag, 02.02.2018
10:00 Uhr V: Lebendige Hochsensibilität – Referentin: Doctor medic U.M.F. Cluj-Napoca Cristina Pohribneac

11:00 Uhr V: Sensibilität und Wahrnehmungsverarbeitung in der Psychosomatik – Referent: Prof. Dr. Thilo Hinterberger

12:00 Uhr V: Grundlagen eines achtsamkeitsbasierten Selbstmanagements hochsensibler Menschen – Referent: Martin Bertsch

13:00 Uhr Mittagspause

14:15 Uhr Bewegte Pause

14:45 Uhr Workshopvorstellung

15:00 Uhr Parallele Workshops

          W: Hochsensibilität und Spiritualität – Referentin: Lara Pietzko

          W: Zart im Nehmen: Wie Sensibilität zur Stärke wird – Referentin: Kathrin Sohst

          W: Geerdet – Zentriert – Präsent – Referentin: Helga Köhler

          W: Hochsensibilität und Kunst- Referent: Ralf-Holger Kraft

          W: Praktische Aspekte und Übungen eines achtsamkeitsbasierten Selbstmanagements – Referent: Martin Bertsch

16:15 Uhr Kaffeepause

16:45 Uhr Workshops (wie 15:00 – 16:15 Uhr)

19:30 Uhr Abendprogramm: Kundalini Tanz-Meditation – Referent: John Nölte-Sayed


Samstag, 03.02.2018

10:00 Uhr V: Verfeinertes Sein, wenn Hochsensitivität zum kraftvollen sozialen Instrument wird – Referent: Dr. Roger Ziegler

11:00 Uhr V: Hochsensibilität und Kommunikationskompetenz – Referentin: Ulrike Hensel

12:00 Uhr V: Zu Hause in Dir und der Welt – Referentin: Helga Köhler

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Workshopvorstellung

14:15 Uhr Parallele Workshops

          W: Versteh mich doch! – Referentin: Ulrike Hensel

          W: Verfeinertes Sein – Wenn Hochsensitivität zum kraftvollen sozialen Instrument wird – Referent: Dr. Roger Ziegler

          W: Hochsensibel in Beziehung – Referentin: Kerstin Hamme-Hategekimana

          W: Achtsame Hochsensibilität – Referentin: Doctor medic U.M.F. Cluj-Napoca Cristina Pohribneac

          W: Rituale für den Alltag, zur Reinigung, Klärung und zum Schutz – Referentin: Bina Baum

15:30 Uhr Abschlussritual, Reflexion des Tages


 

Vortrags- und Workshopbeschreibungen:

V1: Die Forschung zeigt, dass 20% der Menschheit, also 1,4 Milliarden Menschen hochsensibel sind. Diese werden von Fachmenschen als „Orchideen“ benannt, weil sie besondere Umgebungskonditionen brauchen. Wenn diese vorhanden sind treiben sie besonders schöne „Blüten“. Die anderen 80 % sind werden als „Löwenzahn“ benannt, weil sie „überall wachsen können“ und andere Qualitäten haben. Was ist die Hochsensibilität? Woran erkennt man das? Wie entsteht so etwas? In dieser Einführung in der Hochsensibilität werden wir vielen Fragen angehen, um die „Gaben“ und die „Flüche“ was diese Persönlichkeitsmerkmale mit sich bringen besser zu verstehen.

V2: Um hochsensible Patienten im psychosomatischen Kontext spezifisch behandeln zu können, genügt es nicht den Grad der Sensibilität zu erfassen. Vielmehr braucht es eine Analyse der mit der Sensibilität einhergehenden Verarbeitungsproblematiken. Dieser Thematik haben wir uns im letzten Jahr intensiv gewidmet und sowohl einen spezifischen anamnestischen Fragebogen entwickelt, als auch die Zusammenhänge anhand der verfügbaren Daten aus den Heiligenfeld Kliniken ergründet. Die Erkenntnisse daraus werden vorgestellt.

V3: Hochsensible oder neurosensitive Menschen haben eine spezifische Art, ihre Aufmerksamkeit in die Welt und auf sich selbst zu richten. Das höhere Bewusstsein für umweltbezogene Feinheiten und die tiefere Verarbeitung von sensorischen Informationen führen oft zu einer Überstimulation und negativen Stressreaktionen. Im Sinne eines positiven Selbstmanagements ist es hilfreich, der Hochsensibilität mit einer achtsamen Bewusstseinsfokussierung zu begegnen. Dabei spielt die Körper- und Selbstachtsamkeit eine zentrale Rolle.

V4: Forschung aus Spitzensport und Lernneurologie vereint mit dem Erfahrungsschatz der Tibetischen Medizin und Psychologie bietet Menschen in den Alltag integrierbare Möglichkeiten an, wie aus der Anlage Hochsensitivität ein spannender, eleganter Lebensausdruck entwickelt werden kann. Ernährung, Meditation und persönliches Profiling bilden die Grundlage, einen Lebensausdruck zu finden, der das Individuum präzise zum authentischen Ausdruck führt.

V5: „Du verstehst mich nicht“ ist ein häufiger Vorwurf von Hochsensiblen an die Menschen in ihrem Umfeld. Dahinter steht das Bedürfnis nach Respekt und Akzeptanz. Sich selbst als hochsensibel zu erkennen und umfassend zu begreifen, ist ein wesentlicher Entwicklungsschritt. Nicht minder wichtig ist die Reflexion über die Einstellung anderen gegenüber, über das eigene Kommunikationsverhalten und die Gestaltung enger Beziehungen. Beides zusammen ist der Schlüssel zum Wiedererlangen von Lebenszufriedenheit und Gesundheit.

V6: Unser Körper ist der Ort, in dem und durch den wir als Menschen auf dieser Erde leben. Er lässt uns spüren, was für uns stimmig ist, gibt Halt, zeigt uns unsere Grenzen und macht diese, sofern wir es zulassen, der Umwelt deutlich.  Er ist Filter, Kanal und Zentrum. Hohe Sensibilität kann dazu führen diese Quelle der Kraft zu verlassen. Einfache Konzepte in Verbindung mit  Körpererfahrungen zeigen den Weg zurück in den Körper, durch den wir Orientierung, Ruhe und Gelassenheit erfahren können.

W1: In welchem Zusammenhang stehen Hochsensibilität und Spiritualität? In der Praxis erleben wir häufig, dass Menschen mit einer Hochsensibilität auch ein erhöhtes Interesse an Spiritualität, Medialität und mystischen Erfahrungsbereichen mitbringen. In diesem Workshop gebe ich einen kleinen theoretischen Input mit anschließender Selbstreflexion, Austausch in Dyaden und Selbsterfahrungsanteil.

W2: Ein hochsensibles Temperament bringt beides mit sich –  Herausforderungen und Potenziale. Wer sich der eigenen Hochsensibilität stärkenorientiert nähern möchte, kennt Zweifel und Fragen, die damit verbunden sind: Wie gehe ich mit der starken Wahrnehmung im stressigen Alltag um? Wie vermeide ich Überreizung? Wie fokussiere ich meine Potenziale? Dieser Workshop gibt Antworten darauf, wie ein sensibel-starker Umgang mit Hochsensibilität möglich wird und welche Faktoren dabei wichtig sind.

W3: In Freude und offen in der Welt zu sein geht nur mit und durch den Körper. Wachheit ohne Erdung führt in den Stress, aber geerdete Wachheit macht uns präsent. Wir sehen  dann unsere Möglichkeiten und Grenzen. In diesem Workshop nutzen wir den Körper, um uns in dieser Welt zu verankern und gleichzeitig unabhängig von den einzelnen Bewegungen zu werden. Wir lernen uns zu zentrieren, um zu wissen was wir brauchen. Wir spüren den Halt durch Erdung und finden unseren Fokus durch die Arbeit mit dem Zentrum.

W4: Wenn wir künstlerisch tätig sind, verbinden wir uns mit all unseren Sinnen und entwickeln unsere Schöpferkraft, die jedem von uns innewohnt. Dann sind wir ganz im Moment, ganz bei uns und wir öffnen einen spirituellen Raum. So sind wir einerseits zentrierter, abgegrenzter und verbinden uns andererseits über unsere intuitiv spürende Seite mit dem was uns umgibt, mit dem was größer ist als wir selbst. Diese heilende Erfahrung soll uns zugänglich werden indem wir uns spielerisch mit Farbe verbinden und unsere Gestaltungskraft in die Welt fließen lassen.

W5: Der Wert meditativer Praktiken wird heute immer mehr auch im Bereich des Selbstmanagements bei psychischen Störungsbildern erkannt und genutzt. Damit wird immer mehr bewusst, dass wir selber die Fähigkeit haben, Aufmerksamkeit selber zu steuern und zu verändern. Diese Erkenntnis ist für Hochsensible von großem praktischem Nutzen. Der Workshop zeigt Ansätze, welche Art von Aufmerksamkeitssteuerung hilfreich für neurosensitive Menschen ist. In Übungen kann die Wirkung von Körper- und Selbstachtsamkeit erlebt und gefestigt werden.

W6: In diesem Workshop wird der Frage nachgegangen, wie HSP in ihrer Kommunikationskompetenz gestärkt werden können. Welche Grundhaltungen wandeln eine trennende Kommunikation in eine verbindende? Wie kann Abgrenzung ohne Ausgrenzung gelingen? Welches Gesprächsverhalten begründet Freude im Miteinander? Es werden grundsätzliche Überlegungen und Modelle vorgestellt, die als Leitlinien für selbstbewusstes und sozial verträgliches Handeln dienen können. Die Teilnehmer werden mit ihren Erfahrungen und Fragen mit einbezogen.

W7: Was packe ich in meine künftige soziale und energetische Werkzeugkiste?
Selbstpflege, Präsenz und soziale Eleganz als Tools hochsensitiver Menschen

W8: HSP erleben die Höhen und Tiefen in Beziehungen intensiver und fühlen sich auch nachhaltig stark verletzt und oft tief in ihrem Selbstwert verunsichert, wenn Verrat, Verlust oder Trennung erlebt werden. Über das Spürbewusstsein, die Innenschau und Begegnungen wollen wir erforschen, welche Rolle unser Hochsensibilität Trait in unserem Beziehungs- und Bindungsverhalten spielt, wie wir mit dem Bedürfnis nach Schutz und Rückzug, Nähe-Distanz, mit Konflikten und der Beziehung zu unserem inneren Wesenskern heilsam umgehen können. Durch die Wertschätzung unserer Hochsensibilität öffnen sich neue Beziehungsräume und Perspektiven.

W9:„Wer inne hält, erhält innere Halt“ (Lao Tse). Hochsensible Menschen richten die meiste Aufmerksamkeit nach außen, in den „Antennen“ und brauchen viel Energie um alle Informationen zu verarbeiten. Wenn die eigenen Belastungsgrenzen nicht respektiert wird, passiert das, was eine hochsensible Frau sehr plastisch beschreibt „die Pferde meiner Kutsche fangen an zu rennen und können nicht mehr aufhören“. Vom „Tun aus dem Sein“ rutschen die Menschen ins „Funktionieren“ und die Verbindung zum eigenen Sein oder Wesenskern geht verloren. Die bewusste Entscheidung aus dem Alltag „Trance“ immer wieder aufzuwachen und achtsam in Kontakt mit der Präsenz zu sein, ermöglicht die Wiederverbindung zum Wesenskern und gleichzeitig zum Einstimmen in den Flow. In diesem Workshop werden wir mit Hilfe von praktischen Übungen erfahren, was Achtsamkeit, Präsenz und das Mitgefühl in den Alltag bringen kann.

W10: In diesem Workshop werden wir 8 Rituale kennenlernen, anwenden, hinein spüren und nachspüren, zur eigenen Anwendung im Alltag. Diese Rituale sind inspiriert durch: Nativ American / indianischem Schamanismus, daoistische, hinduistische, keltische, christliche und humanistische Traditionen. (Smudging, Kraftier Anrufung,  Gebet, chanting, Qi Gong, Meditation, Aura Soma,….)


Referenten:
Doctor medic U.M.F. Cluj-Napoca Cristina Pohribneac: Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Chefärztin der Parkklinik Heiligenfeld.
Bina Baum: Kreativtherapeutin in Heiligenfeld, HP für Psychotherapie, Ganzheitliche Körper- und Bewegungstherapeutin, Ausbildungen in: Prozessorientierter PT und schamanischer Rituale.
Martin Bertsch: Dipl. Primarlehrer und Sozialarbeiter FH, Körperzentrierter Psychologischer Berater, Atemtherapeut, NLPMaster, Geschäftsführer der Visions Schmiede.
Kerstin Hamme-Hategekimana: Psychologin und Kreativtherapeutin in der Parkklinik Heiligenfeld. Studium der Theologie und der Psychologie.
Ulrike Hensel: Autorin mehrerer Bücher zum Thema Hochsensibilität und arbeitet als Coach für Hochsensible in Aidlingen bei Böblingen.
Prof. Dr. Thilo Hinterberger: Physiker und Neurowissenschaftler im Forschungsbereich Angewandte Bewusstseinswissenschaften am Universitätsklinikum Regensburg.
Helga Köhler: Dipl.-Pädagogin; Psychotherapeutische Heilpraktikerin, LEP Psychotherapeutin-Dansergia®, Afrikanischer Tanz.
Ralf-Holger Kraft: Dipl. Kunsttherapeut, traumatherapeutische und systemische Weiterbildungen, seit 2011Therapeut in den Heiligenfeld Kliniken.
John Nölte-Sayed: Seit 2005 Kreativtherapeut in den Heiligenfeld Kliniken, bekannt für seine musikalischen Beiträge auf Kongressen.
Lara Pietzko: Approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Dipl.-Sozialpädagogin; Kreativtherapeutische Leitung der Heiligenfeld Kliniken.
Kathrin Sohst: Coach, Kommunikationsexpertin und Autorin. Ihr Buch “Zart im Nehmen” ist in mehreren Ländern erschienen.
Dr. Roger Ziegler: Medizinstudium; Weiterbildung in Psychiatrie, Psychosomatik, Stressmedizin.


Teilnahmegebühr:

Preis pro Person: 160,00 Euro, die Veranstaltung ist von der MwSt. befreit.
inkl. Mittagsessen, Kaffeepausen und Getränke

Jetzt buchen

Lade Karte ...

Veranstaltungsort
Heiligenfeld-Saal der Parkklinik Heiligenfeld Süd

Kategorien